boss _ Katrin Ribbe _ 22.01.16 – 04.03.16

Veronika Schaffrinna

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Wir laden herzlich ein zur Ausstellungseröffnung von

boss _ Katrin Ribbe am 22.01.16 um 19.30 Uhr in die

Galerie für Fotografie Ricus Aschemann

Begrüßung – Nele Möhlmann ( Stiftungsrätin, Stiftung Leben und Umwelt )

Einführung  – Judith Gerstenberg, Chefdramaturgin  Staatsschauspiel Hannover

In Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung NIEDERSACHSEN

boss das sind Frauen. boss das sind Arbeitsplätze. boss das sind Einblicke in ihren Alltag.

boss das sind Begegnungen mit Frauen, die, bei allen sozialen, kulturellen, ethnischen und altersmäßigen Unterschieden etwas gemeinsam haben: Sie sind Boss. Sind also Inhaberinnen, Leiterinnen eines gewerblichen Betriebes oder selbständige Freiberuflerinnen.

Katrin Ribbes Bildstrecke zeigt Frauen aus Hannover und Braunschweig. Ihre klassischen Portraits entstanden in enger Zusammenarbeit mit den Frauen und stellen sie an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen vor , unter Verwendung des dort vorhandenen Lichts. So begegnet man unmittelbar und sehr persönlich Bossen, die man erst in diesem Zusammenhang als solche wahrnimmt. Wenig prominent aber mit großer Würde zeigen sie die Vielfalt konkreter Lebenswelten von Frauen in Führungspositionen. Zugleich werfen sie durch ihre Direktheit und die Voreingenommenheit des eigenen Denkens Fragen auf über unsere Vorstellungen von Führung. Fragen über den Arbeitsalltag von Frauen und Männern allgemein und über den Alltag dieser Bosse im speziellen:  Sind diese Frauen liiert oder alleinstehend, haben sie Familie,  Kinder? Wie leben sie außerhalb dessen, was das Portrait zeigt? Sind sie „Zuhause“ auch Boss?  Warum entspricht keine von ihnen dem Bild der klassischen Managerin? Ist eine Boss anders als ein Boss?

boss will fernab der Diskussion um Frauenquoten in Führungsetagen zeigen, wer in nächster Umgebung Boss ist und wie ihre Arbeitssituationen konkret aussehen. Dabei tragen die Portraits keine erläuternde Bildunterschrift, keine Deutungshilfe und machen damit die ausdrucksstarke Begegnung mit den porträtierten Bossen zugleich persönlich und universell.

Die Bilder der Serie boss entstehen fortlaufend seit Ende Juni 2013. Die Ausstellung in der GALERIE FÜR FOTOGRAFIE von Ricus Aschemann gibt erstmals einen Einblick in das Projekt.

Die Fotografin und einige der von ihr porträtierten Frauen werden bei der Eröffnung anwesend sein.

Katrin Ribbe (Fotografin), 1974 in Bünde geboren, studierte Fotografie und Trickfilm am London College of Communication (LCC)/ University of the Arts London (UAL). Seit 2004 freischaffende Fotografin und Trickfilmerin.

Als Theaterfotografin tätig u.a. bei den Salzburger Festspielen, Schaubühne am Lehniner Platz, Deutsches Theater Berlin, Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Bochum etc. 2006 Lehraufträge an der UAL, ab 2010 an der Hochschule Hannover. 2004 ist sie eines von drei Gründungsmitgliedern der Children’s Charity „Out Of The Box“, die art workshops in Lambeth (Südlondon) initiiert. Von 2004-2006 arbeitet Katrin im Bereich Kamera für den oscarprämierten Puppentrickfilm „Peter and the Wolf“ (BreakThru Films Ltd, Regie: Suzie Templeton). Seit 2009 Hausfotografin am Schauspiel Hannover. 2012 stellt Katrin ihre fotografische Arbeit Deer Family im „atelier.Galerie für Fotografie“ (Hannover) aus; mit dieser Arbeit wird sie 2014 in den Salon Salder, der Junge Kunst aus Niedersachsen zeigt, eingeladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Surf Fiction _ Werner Amann _ 05.11.15 – 09.01.16

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Werner Amann studierte visuelle Kommunikation an der FH Dortmund und der London School of Printing. Amann’s Arbeiten wurden international ausgestellt und ausgezeichnet. 2010 gewann sein Projekt ‘American’ den ersten Preis beim Fotobuchfestival in Kassel und erscheint noch im gleichen Jahr. Werner Amann lebt und arbeitet in Berlin.
In der Galerie für Fotografie Ricus Aschemann, zeigt er Auszüge aus seiner 2014 bei ‚White Press‘ erschienenen Publikation ‚Surf Fiction‘.

Werner Amann _ Surf Fiction _ 05.11.15 – 09.01.16

“Later in Los Angeles, the whole city is a living photograph through which I drive and occasionally stop to take a picture – unnecessarily, because here everyone and everything photographs itself all the time anyway.”
(Werner Amann, 1997)

Surf Fiction – Zwischen Hedonismus und Krise

Los Angeles, Miami, Las Vegas: Der Fotograf Werner Amann fährt zwischen 1996 und 1997 immer wieder durch diese Städte und zeigt Orte, Situationen und Menschen, die allesamt visuell aufgeladen sind mit den Mythen und den Klischees der US-amerikanischen Gesellschaft. Werner Amanns Vorgehen ist affirmativ und kritisch zugleich: Er weiß um die Wirkmacht der Bilder die Film, Fotografie, Literatur, aber auch Werbung und Mode kreieren und begegnet auf seinen Reisen  immer wieder diesen Stereotypen, die sich mal unterschwellig, mal offenkundig, in die Strukturen und Verhaltensweisen des gesellschaftlichen Lebens eingeschrieben haben. Seine Fotografie ist mitunter grell und direkt, dann wieder leise und atmosphärisch dicht, zeigt in einem Moment das Aufbrechen und die Entlarvung von Klischees, dann wieder fokussiert er Momente der Ruhe und der Zärtlichkeit. Amann arbeitet dezidiert mit den Möglichkeiten eines Layouts: Er fügt 3D-Schriften in seine Bilder ein, arbeitet mit Sequenzen, farbigen Hintergründen, Videostills oder Bildüberblendungen. Surf Fiction funktioniert wie ein Storyboard, bloß das Werner Amann seine Geschichten auf Doppelseiten erzählt und ganz bewusst auf Kontraste und Fragmentierungen setzt.

Werner Amanns Surf Fiction wurde 1997 als Buch konzipiert und 2014 im Verlag Whitepress publiziert. In Hannover ist erstmals eine größere Auswahl in einer Einzelausstellung zu sehen. Neben den grundsätzlichen Überlegungen zur visuellen Kultur Amerikas und den Ausdrucksformen der Fotografie bietet Surf Fiction auch die Möglichkeit über die kulturellen und soziopolitischen Veränderungen in den USA seit Ende der Neunzigerjahre nachzudenken: Surf Fiction entstand zwischen Quentin Tarantinos Pulp Fiction (1994) und den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und beschreibt damit auch den Weg vom gesellschaftlichen Hedonismus zum Realismus der Krise.

© Maik Schlüter, 2015

Surf Fiction – Between Hedonism and Realism

Los Angeles, Miami, Las Vegas: The photographer Werner Amann travels between 1996 and 1997 repeatedly through these cities and shows places, situations and people, who are all charged visually with the myths and stereotypes of American society. Werner Amann’s approach is affirmative and critical at the same time: He knows about the effective power of images created by film, photography, literature, but also by advertising and fashion and on his journeys he meets these stereotypes again and again, which are sometimes subliminally, sometimes evidently anchored in the structures and behaviours of social life. His photography is sometimes garish and direct then gently and atmospherically dense, once he shows the breaking and demasking of stereotypes then he focuses upon moments of quiet and tenderness. Amann works decidedly with the possibilities of layout: He inserts 3D writings in his paintings, works with sequences, coloured backgrounds, video stills or picture in picture fade-in. Surf fiction works like a storyboard, but Werner Amann tells his stories on double pages and focuses consciously on contrasts and fragmentation.

Werner Amann´s Surf Fiction was conceived in 1997 as a book and was published 2014 by White Press. In Hannover a larger selection is shown in a solo exhibition for the first time. In addition to the fundamental considerations concerning the visual culture of America and the expressions of Photography, Surf Fiction also offers the possibility to reflect the cultural and socio-political changes in the US since the late nineties. Surf Fiction arises between Quentin Tarantino’s Pulp Fiction (1994) and 9/11 in New York and thus also describes the development from social hedonism to the realism of the crisis.

© Maik Schlüter, 2015

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Topos _ Tomek Mzyk _ 04.09.15 – 17.10.15

 

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Tomek Mzyk ( *1970 ), Gewinner des  „Hannover Shots 2012“ Stipendium  der SHannoverStiftung zeigt neue Arbeiten.

Tomek Mzyk beschäftigt sich in seinen Foto- und Videoarbeiten mit Orten und Gebäuden, die als Synonyme für gescheiterte und unerfüllte politische und gesellschaftliche Utopien gelten können. Sie sind ein Gradmesser, von deren Erscheinung sich die veränderlichen Standpunkte und Ansichten von Gesellschaften ablesen lassen. In seiner Arbeitsweise bewegt er sich bewusst zwischen Dokumentation und Inszenierung.

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung am 04.09.15 um 19.30 Uhr.

Einführung in die Ausstellung: Maik Schlüter, freier Autor und Kurator

Zur Ausstellung, die im Rahmen von Zinnober18 Kunstvolkslauf vom 05./06.09.15 stattfindet, erscheint eine limitierte Publikation.

Am Sonntag 06.09.15 um 11.00 findet ein Künstlergespräch mit Maik Schlüter und Tomek Mzyk statt.

MONTS MÉTALLIFÈRES _ Hannes Malte Mahler _ 03.07.15 – 02.08.15

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Digital Drawings | Digital Clips
Der hannoversche Künstler Hannes Malte Mahler zeigt neue
rein digital erzeugte Zeichnungen, Gemälde und Animationen.
Mahler untersucht in seinen aktuellen Arbeiten die Bedingungen
von Schönheit anhand fraktaler Texturen und farbiger Variation –
ausbelichtet auf metallisch glänzendes Fotopapier.
Besonders fasziniert die Animation des Zeichenprozesses, bei dem die
Entstehung des Bildes in jedem einzelnen Schritt wiedergegeben wird –
Mahler nutzt diese Technik jedoch zur Entwicklung eher filmischer als
malerischer Strukturen. In kontinuierlicher Überlagerung wechseln
abstrakte und narrative Form, ein unendlicher Fluss von Bildideen in
Farbe.
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Under Surveillance ist ein forcierter Bildessay über die Ausdrucksmöglichkeiten der Fotografie im Zeitalter einer digitalen Super-Technologie der permanenten Überwachung. 23 internationale Fotografen/Innen stellen sich der Thematik und zeigen in ihren Bildern das Spektrum von dokumentarischen, inszenatorischen oder konzeptuellen Vorgehensweisen. Die Fähigkeit, Dinge zu sehen, die im Verborgenen liegen ist sicher kein Privileg staatlicher Überwachung. Beobachtung ist ein integraler Bestandteil unserer Kultur und Wissensproduktion. Nicht weniger prägen unterschiedliche Formen von sozialer Kontrolle unser Handeln und unsere Vorstellungswelt. Die Kunst der Beobachtung folgt aber anderen Regeln und kennt eine komplexe Welt der phänomenologischen Betrachtung. Bilder und Worte jenseits eines konkreten Kontextes und einer gezielten Auswertung zu schaffen ist eine Möglichkeit, der Fixierung auf das Visuelle neue Aspekte der Erfahrung zu ermöglichen. Im Fokus eines kritischen Blickes werden Überwachungsstrategien kurzgeschlossen, rückgekoppelt oder übersteuert.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation:

Hg. von Ricus Aschemann und Maik Schlüter
mit einem Text von Maik Schlüter
gestaltet von STUDIO PARAT
20,5 x 27,5 cm, 64 S., 23 Abb., Schweizer Broschur, deutsch/ englisch
Revolver Publishing Berlin / ISBN 978-3-95763-283-8
englisch:

Under Surveillance is a forceful photo essay on the means of photographic expression in an age of digital super-technology and permanent surveillance. Twenty-three international photographers addressed the complex of themes and present a range of documentary, staged, or conceptual approaches in their images. The ability to see things in hiding is surely not a privilege of government surveillance. Observation is an integral part of our culture and the production of knowledge. Various forms of social control influence our activities and our mindscape to no lesser an extent. Yet the art of observation adheres to different rules and is acquainted with a complex world of phenomenological consideration. Creating images and words beyond a specific context and a specific interpretation is one possibility of enabling new aspects of experience in our fixation on the visual. Surveillance strategies are short-circuited, fed back, or overdriven when focused on by a critical gaze.

Edited by Ricus Aschemann and Maik Schlüter
with a text by Maik Schlüter
graphic design STUDIO PARAT
20.5 x 27.5 cm, 64 pp., 23 ills., Swiss binding, German/English
Revolver Publishing Berlin / ISBN 978-3-95763-283-8

Foto

Viktoria Binschtok, „body#82“, aus „Suspicious Minds“, 2009

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Katrin Ribbe, „London Tupe #05“, 2006

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Trevor Paglen, „DMSP 5B/F4 from Pyramid Lake Indian Reservation Military Meteorological Satellite; 1973-054A“, 2009

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Marco Polonie, „Don“, aus „Permutit-Scenes from a Film“, 2005

Jörg Müller

Jörg Möller, „o.T.“ aus „Wiederaufnahme“, 2009

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Alec Soth, “ Miracle Village, Florida“, 2014

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Diane Artus, „Watchtower“, aus „Suspicious Setting“, 2006

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Under Surveillance 17.04.2015 – 26.06.2015
Kuratiert von Ricus Aschemann, Peter Lindhorst und Maik Schlüter

Überwachung ist eine gesellschaftliche Tatsache, die sich in einer großen Vielfalt an Medien und Verfahrensweisen spiegelt. Observieren, Abhören, Verfolgen, Mitlesen, Fotografieren, Filmen oder Scannen. Im digitalen Zeitalter müssen wir alle zu jeder Zeit damit rechnen, das unsere Kommunikation gelesen und ausgewertet wir. Aber: Wer nicht spricht, sendet oder informiert wird im Internet, in sozialen Netzwerken, privat oder beruflich, kaum wahrgenommen. Dennoch sind freie Rede und Privatsphäre bedroht. Kommunikation, Transparenz und Sicherheitsaspekte stehen in einem spannungsvollen Verhältnis zueinander.

Die internationale Gruppenausstellung “Under Surveillance” zeigt Fotografen und Fotografinnen, die sich dem Thema stellen. Ausgangspunkt für die gemeinsame Präsentation der Arbeiten sind Diabetrachter, die wie kleine Monitore an der Wand montiert sind und in denen jeweils ein Bild als Diapositiv präsentiert wird. Die Besucher der Ausstellung werden durch diese spezielle Präsentation gleichzeitig zu Beobachtern und Beobachteten, denn die Bilder lassen sich ausschließlich aus einem frontalen Blickwinkel und einzelnen wahrnehmen. Diese Festlegung der Präsentation und die jeweils sehr unterschiedliche Interpretation des Themas durch die Fotografen verdichten die Ausstellung zu einer Gesamtinstallation, die vielfältige Formen des Beobachtens und Ausdrucksformen der Fotografie reflektiert.

Ricus Aschemann / Galerie für Fotografie

Ist Leiter und Initiator von Ricus Aschemann — Galerie für Fotografie in Hannover.

Peter Lindhorst / Freelens Galerie Hamburg

Peter Lindhorst absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler und war danach mehrere Jahre in Kunst- und Fotobuchhandlungen tätig. Studium der Kulturwissenschaften. Anschließend in verschiedenen Fotobuchverlagen im Bereich Marketing, PR und Lektorat tätig. Heute freier Schreiber für verschiedene Magazine, Redakteur des FREELENS Magazins und Kurator der FREELENS Galerie.

Maik Schlüter / Kurator und Autor

Maik Schlüter ist Autor und Kurator für zeitgenössische Kunst. Er hat als freier Kurator Ausstellungen in Bregenz, Berlin, Hamburg, Leipzig, Potsdam oder Stuttgart kuratiert. Er war als Direktor des Museums für Photographie Braunschweig, Kurator der Kestnergesellschaft in Hannover tätig und als Assistant Kurator am Nederlands Fotomuseum in Rotterdam. Er arbeitet regelmäßig als Kunstkritiker für “die tageszeitung” (TAZ) und das “ART MAGAZIN Online”. Maik Schlüter hat Essays in zahlreichen Publikationen veröffent- licht und Ausstellungen unter anderem mit Hanne Darboven, Candida Höfer, Cindy Sherman, Lynne Cohen, Fischli/ Weiss, Marco Poloni, David Deutsch oder Jerry Berndt kuratiert.