Surf Fiction _ Werner Amann _ 05.11.15 – 09.01.16

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Werner Amann studierte visuelle Kommunikation an der FH Dortmund und der London School of Printing. Amann’s Arbeiten wurden international ausgestellt und ausgezeichnet. 2010 gewann sein Projekt ‘American’ den ersten Preis beim Fotobuchfestival in Kassel und erscheint noch im gleichen Jahr. Werner Amann lebt und arbeitet in Berlin.
In der Galerie für Fotografie Ricus Aschemann, zeigt er Auszüge aus seiner 2014 bei ‚White Press‘ erschienenen Publikation ‚Surf Fiction‘.

Werner Amann _ Surf Fiction _ 05.11.15 – 09.01.16

“Later in Los Angeles, the whole city is a living photograph through which I drive and occasionally stop to take a picture – unnecessarily, because here everyone and everything photographs itself all the time anyway.”
(Werner Amann, 1997)

Surf Fiction – Zwischen Hedonismus und Krise

Los Angeles, Miami, Las Vegas: Der Fotograf Werner Amann fährt zwischen 1996 und 1997 immer wieder durch diese Städte und zeigt Orte, Situationen und Menschen, die allesamt visuell aufgeladen sind mit den Mythen und den Klischees der US-amerikanischen Gesellschaft. Werner Amanns Vorgehen ist affirmativ und kritisch zugleich: Er weiß um die Wirkmacht der Bilder die Film, Fotografie, Literatur, aber auch Werbung und Mode kreieren und begegnet auf seinen Reisen  immer wieder diesen Stereotypen, die sich mal unterschwellig, mal offenkundig, in die Strukturen und Verhaltensweisen des gesellschaftlichen Lebens eingeschrieben haben. Seine Fotografie ist mitunter grell und direkt, dann wieder leise und atmosphärisch dicht, zeigt in einem Moment das Aufbrechen und die Entlarvung von Klischees, dann wieder fokussiert er Momente der Ruhe und der Zärtlichkeit. Amann arbeitet dezidiert mit den Möglichkeiten eines Layouts: Er fügt 3D-Schriften in seine Bilder ein, arbeitet mit Sequenzen, farbigen Hintergründen, Videostills oder Bildüberblendungen. Surf Fiction funktioniert wie ein Storyboard, bloß das Werner Amann seine Geschichten auf Doppelseiten erzählt und ganz bewusst auf Kontraste und Fragmentierungen setzt.

Werner Amanns Surf Fiction wurde 1997 als Buch konzipiert und 2014 im Verlag Whitepress publiziert. In Hannover ist erstmals eine größere Auswahl in einer Einzelausstellung zu sehen. Neben den grundsätzlichen Überlegungen zur visuellen Kultur Amerikas und den Ausdrucksformen der Fotografie bietet Surf Fiction auch die Möglichkeit über die kulturellen und soziopolitischen Veränderungen in den USA seit Ende der Neunzigerjahre nachzudenken: Surf Fiction entstand zwischen Quentin Tarantinos Pulp Fiction (1994) und den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und beschreibt damit auch den Weg vom gesellschaftlichen Hedonismus zum Realismus der Krise.

© Maik Schlüter, 2015

Surf Fiction – Between Hedonism and Realism

Los Angeles, Miami, Las Vegas: The photographer Werner Amann travels between 1996 and 1997 repeatedly through these cities and shows places, situations and people, who are all charged visually with the myths and stereotypes of American society. Werner Amann’s approach is affirmative and critical at the same time: He knows about the effective power of images created by film, photography, literature, but also by advertising and fashion and on his journeys he meets these stereotypes again and again, which are sometimes subliminally, sometimes evidently anchored in the structures and behaviours of social life. His photography is sometimes garish and direct then gently and atmospherically dense, once he shows the breaking and demasking of stereotypes then he focuses upon moments of quiet and tenderness. Amann works decidedly with the possibilities of layout: He inserts 3D writings in his paintings, works with sequences, coloured backgrounds, video stills or picture in picture fade-in. Surf fiction works like a storyboard, but Werner Amann tells his stories on double pages and focuses consciously on contrasts and fragmentation.

Werner Amann´s Surf Fiction was conceived in 1997 as a book and was published 2014 by White Press. In Hannover a larger selection is shown in a solo exhibition for the first time. In addition to the fundamental considerations concerning the visual culture of America and the expressions of Photography, Surf Fiction also offers the possibility to reflect the cultural and socio-political changes in the US since the late nineties. Surf Fiction arises between Quentin Tarantino’s Pulp Fiction (1994) and 9/11 in New York and thus also describes the development from social hedonism to the realism of the crisis.

© Maik Schlüter, 2015

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