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Under Surveillance ist ein forcierter Bildessay über die Ausdrucksmöglichkeiten der Fotografie im Zeitalter einer digitalen Super-Technologie der permanenten Überwachung. 23 internationale Fotografen/Innen stellen sich der Thematik und zeigen in ihren Bildern das Spektrum von dokumentarischen, inszenatorischen oder konzeptuellen Vorgehensweisen. Die Fähigkeit, Dinge zu sehen, die im Verborgenen liegen ist sicher kein Privileg staatlicher Überwachung. Beobachtung ist ein integraler Bestandteil unserer Kultur und Wissensproduktion. Nicht weniger prägen unterschiedliche Formen von sozialer Kontrolle unser Handeln und unsere Vorstellungswelt. Die Kunst der Beobachtung folgt aber anderen Regeln und kennt eine komplexe Welt der phänomenologischen Betrachtung. Bilder und Worte jenseits eines konkreten Kontextes und einer gezielten Auswertung zu schaffen ist eine Möglichkeit, der Fixierung auf das Visuelle neue Aspekte der Erfahrung zu ermöglichen. Im Fokus eines kritischen Blickes werden Überwachungsstrategien kurzgeschlossen, rückgekoppelt oder übersteuert.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation:

Hg. von Ricus Aschemann und Maik Schlüter
mit einem Text von Maik Schlüter
gestaltet von STUDIO PARAT
20,5 x 27,5 cm, 64 S., 23 Abb., Schweizer Broschur, deutsch/ englisch
Revolver Publishing Berlin / ISBN 978-3-95763-283-8
englisch:

Under Surveillance is a forceful photo essay on the means of photographic expression in an age of digital super-technology and permanent surveillance. Twenty-three international photographers addressed the complex of themes and present a range of documentary, staged, or conceptual approaches in their images. The ability to see things in hiding is surely not a privilege of government surveillance. Observation is an integral part of our culture and the production of knowledge. Various forms of social control influence our activities and our mindscape to no lesser an extent. Yet the art of observation adheres to different rules and is acquainted with a complex world of phenomenological consideration. Creating images and words beyond a specific context and a specific interpretation is one possibility of enabling new aspects of experience in our fixation on the visual. Surveillance strategies are short-circuited, fed back, or overdriven when focused on by a critical gaze.

Edited by Ricus Aschemann and Maik Schlüter
with a text by Maik Schlüter
graphic design STUDIO PARAT
20.5 x 27.5 cm, 64 pp., 23 ills., Swiss binding, German/English
Revolver Publishing Berlin / ISBN 978-3-95763-283-8

Foto

Viktoria Binschtok, „body#82“, aus „Suspicious Minds“, 2009

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Katrin Ribbe, „London Tupe #05“, 2006

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Trevor Paglen, „DMSP 5B/F4 from Pyramid Lake Indian Reservation Military Meteorological Satellite; 1973-054A“, 2009

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Marco Polonie, „Don“, aus „Permutit-Scenes from a Film“, 2005

Jörg Müller

Jörg Möller, „o.T.“ aus „Wiederaufnahme“, 2009

Alec Soth

Alec Soth, “ Miracle Village, Florida“, 2014

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Diane Artus, „Watchtower“, aus „Suspicious Setting“, 2006

u.a.
Under Surveillance 17.04.2015 – 26.06.2015
Kuratiert von Ricus Aschemann, Peter Lindhorst und Maik Schlüter

Überwachung ist eine gesellschaftliche Tatsache, die sich in einer großen Vielfalt an Medien und Verfahrensweisen spiegelt. Observieren, Abhören, Verfolgen, Mitlesen, Fotografieren, Filmen oder Scannen. Im digitalen Zeitalter müssen wir alle zu jeder Zeit damit rechnen, das unsere Kommunikation gelesen und ausgewertet wir. Aber: Wer nicht spricht, sendet oder informiert wird im Internet, in sozialen Netzwerken, privat oder beruflich, kaum wahrgenommen. Dennoch sind freie Rede und Privatsphäre bedroht. Kommunikation, Transparenz und Sicherheitsaspekte stehen in einem spannungsvollen Verhältnis zueinander.

Die internationale Gruppenausstellung “Under Surveillance” zeigt Fotografen und Fotografinnen, die sich dem Thema stellen. Ausgangspunkt für die gemeinsame Präsentation der Arbeiten sind Diabetrachter, die wie kleine Monitore an der Wand montiert sind und in denen jeweils ein Bild als Diapositiv präsentiert wird. Die Besucher der Ausstellung werden durch diese spezielle Präsentation gleichzeitig zu Beobachtern und Beobachteten, denn die Bilder lassen sich ausschließlich aus einem frontalen Blickwinkel und einzelnen wahrnehmen. Diese Festlegung der Präsentation und die jeweils sehr unterschiedliche Interpretation des Themas durch die Fotografen verdichten die Ausstellung zu einer Gesamtinstallation, die vielfältige Formen des Beobachtens und Ausdrucksformen der Fotografie reflektiert.

Ricus Aschemann / Galerie für Fotografie

Ist Leiter und Initiator von Ricus Aschemann — Galerie für Fotografie in Hannover.

Peter Lindhorst / Freelens Galerie Hamburg

Peter Lindhorst absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler und war danach mehrere Jahre in Kunst- und Fotobuchhandlungen tätig. Studium der Kulturwissenschaften. Anschließend in verschiedenen Fotobuchverlagen im Bereich Marketing, PR und Lektorat tätig. Heute freier Schreiber für verschiedene Magazine, Redakteur des FREELENS Magazins und Kurator der FREELENS Galerie.

Maik Schlüter / Kurator und Autor

Maik Schlüter ist Autor und Kurator für zeitgenössische Kunst. Er hat als freier Kurator Ausstellungen in Bregenz, Berlin, Hamburg, Leipzig, Potsdam oder Stuttgart kuratiert. Er war als Direktor des Museums für Photographie Braunschweig, Kurator der Kestnergesellschaft in Hannover tätig und als Assistant Kurator am Nederlands Fotomuseum in Rotterdam. Er arbeitet regelmäßig als Kunstkritiker für “die tageszeitung” (TAZ) und das “ART MAGAZIN Online”. Maik Schlüter hat Essays in zahlreichen Publikationen veröffent- licht und Ausstellungen unter anderem mit Hanne Darboven, Candida Höfer, Cindy Sherman, Lynne Cohen, Fischli/ Weiss, Marco Poloni, David Deutsch oder Jerry Berndt kuratiert.

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