Marc Theis_Fernreisen 1980_05.09.2014 – 11.10.2014

manhatten tailor

Marc Theis zeigt Reisefotografie von 1980 aus damals noch unerforschten Urlaubsländern. Teilweise in s/w vermitteln diese Fotografien eine exotische aber auch unverstellte Sicht jenseits des heutigen Massentourismus.

Herzliche Einladung zur Eröffnung am 05.09.2014 um 19.30 Uhr. Einführung in die Arbeit: Michael Stoeber

Öffnungszeiten : Freitag und Samstag 12.00 – 17.00 Uhr

guatemala-mexicom theis1

 

Von Ländern, Menschen und Bildern

Zur Fotoserie „Fernreisen 1980“ von Marc Theis

Dreißig Bilder aus drei Ländern zeigt der hannoversche Fotokünstler Marc Theis in der Galerie von Ricus Aschemann. Alle im Jahre 1980 mit einer Mittelformatkamera aufgenommen in drei Ländern, in Guatemala (Mexiko), Sibirien und Thailand. Die Länder hat Theis damals im eigenen Auftrag bereist, weil es ihn interessierte, sie kennen zu lernen.

Hätte er sie auch im fremden Auftrag so fotografiert? Vielleicht hätte er seine Bilder vom Strand in Pattaya (Thailand) dann nicht in Schwarzweiß machen können. Der Kunstgriff nimmt die Hitze des Sommers aus den Aufnahmen und damit alle Klischees, die sich mit ihm verbinden. Theis kühlt seine Bilder herab auf eine sensible Choreographie aus Linien und Flächen, Licht und Schatten. Aber vielleicht hätte er seinen Auftraggeber, wenn es denn einen gegeben hätte, auch von seinem Kunstgriff überzeugen können. So, wie es auch Henri Cartier-Bresson immer wieder gelang, seine Bildvorstellungen gegenüber ihn mit bestimmten Fotoreportagen beauftragenden Redakteuren durchzusetzen.

Die Ausstellung von Marc Theis ist eine Augen öffnende Lehrstunde. Sie macht deutlich, dass der künstlerische Status eines Bildes stets durch das Bild selbst entschieden wird. Gleichgültig, ob der Fotograf in ihm private oder kommissionierte Reiseeindrücke festhält, ob er als Künstler oder Fotojournalist unterwegs ist.

Marc Theis Aufnahmen überzeugen, weil der Fotograf zu sehen versteht. Und sehen heißt für einen Künstler, nie nur zu sehen, was ist. Sondern in dem, was ist, eine Wirklichkeit zu erkennen, die vom Menschen – und damit von uns – erzählt. In allen möglichen Facetten, die so komplex und unterschiedlich sind, wie wir selbst.

Michael Stoeber

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: