Hannes Malte Mahler_Frauen im Freien_02.04.14 – 17.05.14

 

Der hannoversche Künstler Hannes Malte Mahler zeigt bei seiner
zweiten Ausstellung in unserem Haus die Serie ‘Frauen im Freien’.
‘Die Frauen im Freien entstehen seit Frühjahr 2002 in loser Folge.
Die Frauen im Freien sind immer allein.
Die Frauen im Freien sind handelnde Personen.
Die Inszenierungen werden minutiös geplant,
lassen aber auch Zufällen Raum.
Betrachter nehmen an den Abenteuern der Frauen im Freien teil.’

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am 2. April 2014 ab 18.00 Uhr ein.

Ausstellungsdauer: 2.4.2014 –17.5.2014

Öffnungszeiten:  Freitag und Samstag 12.00 – 17.00 Uhr und nach Vereinbarung

 

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Öderland

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Waterfalls

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Terra Incognita

 

 

FRAUEN IM FREIEN _ FEMALES IN THE FIELDS _ 02.04.2014 – 17.05.2014

 

In unserer vorsichtigen Zeit ist ein statement of interest unabdingbar: Der Autor dieser Zeilen hat ein Exemplar der „Frauen im Freien“ von Hannes Malte Mahler über seinem Bett hängen. Bevor es dort hingehängt wurde, gab es besorgte Schlafzimmergespräche, untereinander ebenso wie mit der inneren Stimme: Ob das denn sein müsse?

 

Eine Frau mit einer Axt in der Hand, mit offenem schwar- zen Haar, in Rückenansicht vor einem strahlend glattem, windstillen Kaligruben-See stehend, zu jeder Gräueltat offenbar bereit, welche das vor ihr liegende Blau und Weiß rasch blutrot färben würde, so blutrot wie das glänzende Kleid, das sie trägt? Das Ganze auch noch, lässt der Künstler wissen, inspiriert von Max Frischs Drama „Graf Öderland“, in dem ein frustrierter Staatsanwalt sich als axtschwingender Rächer gegen die bestehende Ordnung auflehnt und Nachahmer findet? Will man das denn wirklich großformatig über dem Ehebett haben? Aber ja, lautete dann die gemeinsame Antwort. Gerade diese trüge- rische Idylle, in der deutsches Naherholungsgebiet tragi- sche Tiefe gewinnt, ist doch eine angemessene Begleitung der Nacht, der Abgründe, der Albträume, in die die Seele, zur Erholung hoffentlich, immer wieder hinabsteigt.

 

So kann man sich das zurechtlegen, mal sehen, ob es bei dauerhafter Hängung dabei bleibt. Bisher hat das gleißende Bild zu keinen ernstzunehmenden Gewalttaten angeregt, aber eine Langzeitstudie unserer Traumprotokolle liegt noch nicht vor.

 

Die anderen „Frauen im Freien“ sind, sieht man vom Golf- schläger in Hannovers Oststadt und vom Sonnenschirm in „Pont Neuf“ ab, unbewaffnet. Vordergründig. Denn in Wahrheit ist die schärfste Waffe aller dieser Frauen der abgewandte Blick, das stets unsichtbare Augenpaar. Diese Bilder spielen mit romantischen Motiven, mit Erhabenheit, Freiheit, Versenkung. Mitunter sogar: Jagd, See, Waldes- kühle. Aber hier ist keine Flucht aus dem täglichen Leben oder gar in die „Natur“. Stattdessen: Abendstille mit Düsenflugzeug. Und hier regiert auch nicht der Be- trachter (oder der Künstler) den Blick ins Unbestimmte, nein, er wird selber von jenen selbstbewussten, aber un- sichtbaren Blicken regiert, gefangen, bestimmt. Die Teil- habe und Teilnahme der Figuren wird etwas Größeres, Stärkeres als das große Ganze, das sie umgibt. So schafft jede der „Frauen im Freien“ eine eigene Befangenheit. Ein statement of interest.

 

Johan Schloemann

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