Katrin Ribbe – Deer Family

Deer Family     KATRIN RIBBE

12. Oktober bis 07. Dezember 2012
ATELIER. Galerie für Fotografie | Calenberger Strasse 12 | 30169 Hannover

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Katrin Ribbes Arbeit DEER FAMILY dokumentiert die Geschichte einer Familie. Ihre Familienbilder zeigen eine Gruppe Menschen bei einem Fest. Die aufgeblitzten und leicht überbelichteten Bilder wirken spontan, unperfekt und durch eine leicht verschobene Farbgebung wie aus einer anderen Zeit.

Durch die Gegenüberstellung dieser Aufnahmen mit den im Richmond Park entstandenen Hirschbildern wird die Geschlossenheit des Familienalbums durchbrochen. Sie sind – wie die Familienbilder – Bestandteil des Albums und bewirken gleichzeitig dessen Auflösung. Der Charakter dieser ästhetisch enorm ansprechenden Tieraufnahmen unterscheidet sich von den Familienfotos nicht nur durch ihre fast mystische Ruhe, das weiche Licht und die eigene Farbdynamik des Kunstlicht-Diafilms – der größte Kontrast liegt in der Unambitioniertheit der Protagonisten, der Hirsche: Natur, die immer schon da war.

Zum einen nimmt der Betrachter die Gruppe der Hirsche reflexhaft als Familie, eben als DEER FAMILY (Hirschfamilie) wahr. Das natürliche Bedürfnis, Unbekanntes mit Bekanntem zu besetzen, macht die Naturaufnahmen zu dem, was man von einem Familienalbum erwartet: man sieht eine Familie. Es ist kaum möglich, sich gegen diese Vermenschlichung der Tierbilder zu wehren.

Zum andern wird durch die Konfrontation mit den Naturaufnahmen die Familie ebenfalls in den Status des Natürlichen, schon immer Dagewesenen, des Archetypischen gehoben. Es werden also nicht nur die Tiere vermenschlicht, die Menschen werden auch vernatürlicht.

Über Katrin Ribbe  

Katrin Ribbe wurde in Bünde geboren. Sie assistierte zwischen 1995 und 1998 bei Matthias Horn am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und studierte von 1999 bis 2004 Fotografie und Trickfilm am London College of Communication/University of the Arts London. Seit 1999 arbeitet sie selbständig als Fotografin, u.a. für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, theater heute, literaturen, YouMagazine und Time Out London. Darüber hinaus ist sie als Theaterfotografin tätig, u.a. für die Salzburger Festspiele, das Deutsche Theater Berlin,  die Schaubühne, Thalia Theater Hamburg, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, Theater Basel und Schauspielhaus Köln. In dem Oscar-prämierten Trickfilm „Peter und der Wolf“ (Breakthru Films, Regie: Suzie Templeton) war sie für den Aufbau der Kameratechnik verantwortlich.

Ihre Arbeiten waren zu sehen im Kochsalon, Hamburg, in der Ritzy Galery, London, im Kinski Kulutrverein Berlin und in der Escape Gallery, Herne Hill in London. 2006 wurde sie für das Photography Annual der Fachzeitschrift Creative Review in der Kategorie Artistic Photography ausgewählt. Als das Spielzeitheft des Schauspiels Hannover 2009 den Design Award red dot erhielt,wurde die Fotostrecke durch eine besondere Erwähnung geehrt.

Seit 2009 arbeitet sie als Fotografin für das Schauspielhaus Hannover und nimmt seit 2011 eine Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Hannover wahr. Sie lebt in Hannover.

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