Ute Behrend _ Fassade und Tarnung 6.4.18 – 18.5.18

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung am 6.4. 18 um 19.30 Uhr

in die Scope Galerie Calenbergerstr. 12, 30169 Hannover

Einführung: Maik Schlüter

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Ute Behrend spielt das Spiel einer visuellen und symbolischen Überdehnung: immer stellt sie die vermeintliche Stringenz einer Erzählungen durch Auslassungen in Frage und erzeugt mannigfaltige Bedeutungen. Für die Fotografin ist die Wirklichkeit eine Art Rohmaterial, die erst im Bild, in der Abstraktion, in der Überführung in Scheinräume, dem Zeigen von Unorten oder der Auflösung von räumlichen Relationen real wird. Real allerdings im Sinne von absurden, abgründigen, rätselhaften und ständig veränderbaren Prozessen.

Wie eine Forensikerin setzt sie die Welt, den Tatort, neu zusammen, um in den Puzzlestücken einen Sinn zu finden. Einige Teile passen scheinbar nahtlos zusammen, liegen aber tatsächlich räumlich und zeitlich weit auseinander. Dann wieder täuschen visuelle Analogien eine funktionelle Nähe und einen schlüssigen Kontext vor, obwohl beides nicht besteht. Alles erscheint als verborgenes Zeichen oder Hinweis, als logischer nächster Schritt, bei der Aufdeckung einer nicht sichtbaren Ordnung. Dennoch vervollständigt sich das Bild nie. Ute Behrends fotografisches Spektrum besteht aus lakonischen Ortsbeschreibungen, abstrakten Setzungen, die mitunter grafische Qualitäten betonen, genauso wie aus situativen Spannungsmomenten, aus Porträts und  Inszenierungen. In Ute Behrends Arbeiten zeigt sich immer die Doppelbödigkeit der Welt und ihrer Abbilder. Raumgefüge und Projektion, Porträts und Inszenierungen werden zu einer Spirale der Relativität. Eine absolute Deutungshoheit gibt es für ihre Arbeit nicht.

Bei Ute Behrend tauchen Farben und Formen, Natur und Kultur, Zerstörung und Schönheit, Persönlichkeit und Rollenspiel gleichberechtigt auf. Beständigkeit und Veränderung gehen in ihrer Arbeit Hand in Hand. Alles geschieht auf dem dünnen Eis der Wirklichkeitserfahrung. Wirkt ihre Bildsprache auf den ersten Blick klar und direkt, so verbergen sich in dem vermeintlich universellen Vokabular viele Geheimnisse und trügerische visuelle Abgründe. (M.S.)

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DETROIT, BABY _ Franziska Klose Künstlerinnengespräch am 27.01.18

Künstlerinnengespräch am 27. Januar mit Franziska Kose und Kerstin Niemann von FILTER Detroit im C28 Kunstraum. 

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© André Germar

Franziska Klose _ Detroit, Baby _ 1.12.17 – 16.02.2018

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DETROIT, BABY _ Franziska Klose

01.12.2017–16.02.018

Die Scope Galerie und der  Kunstraum C 28 in der Calenbergerstrasse 28 zeigen Arbeiten der Leipziger Künstlerin Franziska Klose. Klose beschäftigt sich in ihren dokumentarischen Arbeiten mit post industrieller Natur und zeitgenössischer Landschaft. Es entstehen Fotografien, Künstlerbücher und Field-Recordings.

Die Ausstellung „Detroit, Baby“ zeigt erstmals künstlerische Arbeiten, die im Rahmen des Langzeitprojekts „The New Wild“ 2015 und 2016 in der US-amerikanischen Stadt Detroit entstanden sind. Klose fokussiert den Blick auf eine von Industrie massiv verbrauchte Stadtlandschaft, deren Potentiale von wirtschaftlichen und sozialen Problemen in schrillen Schlagzeilen überdeckt scheinen.

Zwischen Ruin Porn und Future City konzentriert sich die Ausstellung auf den Widerspruch zwischen der Vision des amerikanischen Traums und seiner postindustriellen Realität.

Neben Fotografien aus den Arbeiten „The New Wild-Detroit“ und „House“ wird auch historisches Bildmaterial präsentiert.

Zur Eröffnung ist die Künstlerin anwesend, ein Künstlerinnengespräch wird am 27. Januar um 14 h stattfinden mit Kerstin Niemann von FILTER Detroit.

Franziska Klose wurde 1977 in Halberstadt geboren. Nach ihrem Studium an der Bauhaus-Universität Weimar und der École Superiéure des Arts Visuels Genève/CH absolvierte sie ein Meisterschülerstudium Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und arbeitete als Fotografin auf archäologischen Grabungen. Sie lebt in Leipzig.

*Die Scope Galerie und der Kunstraum C28 zeigen zum ersten Mal gemeinsam eine Künstlerin. Bereits 2016 haben beide Projekträume im Rahmen von Scope-Hannover / more to come kooperiert. Diese Zusammenarbeit soll nun fortgesetzt werden.

Ein Künstlerinnengespräch mit Kerstin Niemann von FILTER Detroit findet am 27.01.18 im C28 statt.

Petra Stavast _ Ramya _ 1.9.17 – 22.10.17

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Die niederländische Fotografin Petra Stavast (*1977) zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung „Ramya“ in der Scope Galerie Hannover eine fotografische Installation, die unterschiedliche Medien und Quellen vereint: Porträts, Fotografien aus einem Privatarchiv, biografische Texte und Notizen, Interviews und Videostills.
Petra Stavast folgt dabei der Biografie einer älteren Frau, die sich Ramya nannte, und die Petra Stavast über eine zufällige Nachbarschaft in ihrem Wohnhaus kennenlernte. Ramya war in den Achtzigerjahren aktiv in der Sekte des damals international bekannten Gurus Bhagwan. Als Anhängerin seiner Philosophie und Lebensführung ging sie nach Oregon (USA). 1981 war Bhagwan aus Indien ausgewiesen worden und ließ sich daraufhin mit seiner Gemeinde im US-Bundesstaat nieder. Die Sannyasins stampften hier eine komplette Stadt aus dem Boden: Rajneeshpuram mit Stausee, Restaurants, Schule, Einkaufszentrum, Versorgungsbetrieben, einem Flugplatz und einer eigenen Fluglinie. 85 Großraumbusse sorgten für Mobilität, ein Verlag und eine Druckerei für die Verbreitung der „Rajneesh Times“. Boutiquen, ein Spielsalon und ein Reisebüro vervollständigten die Stadt im Nirgendwo.

Petra Stavast porträtierte Ramya Jahre nach ihrem Aufenthalt in Oregon und ihrer aktiven Anhängerschaft. Neben den eindringlichen Porträts von Ramya zeigt Stavast auch Bilder und Videostills aus dem Archiv von Ramya. Interviews und Notizen zeigen jenseits von Vorurteilen eine komplexe Persönlichkeit, die zwischen Sinnsuche, Selbstkritik, geistiger Freiheit und mentaler Unterwerfung hin – und hergerissen war. Petra Stavast zeichnet dabei auch eine fragmentarische Geschichte der Medien und Bilder, die die Wahrnehmung der Sekte in der Öffentlichkeit prägten. Die Sektenmitglieder waren durch die roten Gewänder und die Mala, eine Kette aus Holzperlen mit einem Bild des Meisters, für jeden erkennbar. Individuen wurden so zu Anhängern, der Guru zum Herrscher, die Idee zur Ideologie. In den Bildern von Stavast treten diese Widersprüche zutage. In den Notizen von Ramya entdeckte Petra Stavast einen Ausspruch, der sich zum Motto für die Ausstellung und das Phänomen hervorragend eignet: “YOUR REALITY IS CREATED BY YOUR MIND!”.

 

 

Erik Arkadi Seth_bergen – 16.06.17 – 18.08.17

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung am 16.06.17 um 19.30 Uhr

»[…]Dennoch hatte die ›Kugel‹ etwas an sich, und je länger Roderic sie ansah, desto stärker spürte er, wie angenehm ihr Anblick war… Man hatte unwillkürlich das Verlangen, zu ihr hinzugehen, sie zu berühren und mit der Hand sanft über ihre Oberfläche zu streicheln. Plötzlich dachte er, wie schön es sein musste, neben ihr zu sitzen und sich mit dem Rücken an sie zu lehnen, den Kopf in den Nacken zu legen und sich mit geschlossenen Augen seinen Gedanken zu überlassen, seinen Erinnerungen, oder einfach nur zu dösen, sich zu entspannen…[…]« Arkadi und Boris Strugatzki: Picknick am Wegesrand, in: Strugatzki Bd. 2, hrsg. v. S. Mamczak und E. Simon. München 2010 (1972)

swissball, 2016   Kodak Endura Metallic, 80x100cm, kaschiert, 3-teilig

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swissball, 2016   Kodak Endura Metallic, 80x100cm, kaschiert, 3-teilig

Erik Arkadi Seth